Warum bekomme ich eine Panikattacke

Viele Menschen erleben ihre erste Panikattacke völlig überraschend. Der Körper reagiert plötzlich mit Herzrasen, Atemnot oder Schwindel. Betroffene sind überzeugt, dass etwas Schlimmes passieren muss. Viele glauben sogar, sie müssten sterben.

Die erste Frage lautet deshalb fast immer: Warum bekomme ich überhaupt eine Panikattacke?

 

Wenn das Nervensystem in den Alarmmodus schaltet

Eine Panikattacke entsteht, wenn das Nervensystem in einen starken Alarmzustand gerät. Der Körper aktiviert dabei das sogenannte Kampf-oder-Flucht-System. Dieses System ist eigentlich dafür gedacht, uns in echten Gefahrensituationen zu schützen.

Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, Muskeln spannen sich an und der Körper stellt Energie bereit. In einer realen Bedrohung wäre diese Reaktion sinnvoll. Bei einer Panikattacke passiert sie jedoch ohne sichtbare Gefahr.

Viele Betroffene erleben zum ersten Mal, dass ihr Körper plötzlich die Kontrolle übernimmt.

Wenn Sie genauer verstehen möchten, was bei einer Panikattacke im Körper passiert, lesen Sie auch meinen Beitrag
Was ist eine Panikattacke?

Häufige Ursachen für Panikattacken

Panikattacken entstehen selten aus dem Nichts. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen.

Ein häufiger Auslöser ist anhaltender Stress. Wer über längere Zeit unter Druck steht, ständig funktionieren muss oder wenig Erholung bekommt, bringt sein Nervensystem in eine dauerhafte Alarmbereitschaft.

Auch unterdrückte Gefühle können eine Rolle spielen. Wenn Wut, Angst oder Überforderung lange nicht wahrgenommen werden, sucht sich der Körper manchmal einen anderen Weg, um auf die innere Belastung aufmerksam zu machen.

Ein weiterer Faktor kann körperliche Erschöpfung sein. Schlafmangel, Krankheiten oder zu wenig Bewegung beeinflussen ebenfalls das Nervensystem.

Viele Menschen berichten außerdem, dass ihre erste Panikattacke in einer Phase großer Veränderung aufgetreten ist: nach beruflichem Druck, familiären Konflikten oder wichtigen Lebensentscheidungen.

 

Warum besonders leistungsorientierte Menschen betroffen sind

Interessanterweise trifft es häufig Menschen, die lange sehr stark waren. Menschen, die Verantwortung tragen, viel leisten und selten über ihre Belastung sprechen.

Der Körper kann lange kompensieren. Irgendwann sendet das Nervensystem jedoch ein klares Signal: So wie bisher kann es nicht weitergehen.

Eine Panikattacke ist deshalb kein Zeichen von Schwäche, sondern oft ein Hinweis darauf, dass der innere Druck zu hoch geworden ist.

 

Was man bei einer Panikattacke tun kann

Wenn eine Panikattacke auftritt, versuchen viele Betroffene sie sofort zu stoppen. Doch oft verstärkt dieser Kampf die Angst noch weiter.

Es gibt jedoch konkrete Strategien, mit denen sich eine Panikattacke regulieren lässt. Dazu gehören unter anderem Atemtechniken, Orientierung im Raum und eine bewusste Beruhigung des Nervensystems.

Welche Schritte dabei helfen können, habe ich in einem eigenen Beitrag ausführlich erklärt.

Lesen Sie dazu auch:
Was mache ich bei einer Panikattacke?

 

Panikattacken verstehen statt bekämpfen

Der wichtigste Schritt im Umgang mit Panikattacken ist Verständnis. Wer versteht, warum der Körper so reagiert, verliert bereits einen großen Teil der Angst vor der Angst.

Langfristig geht es darum herauszufinden, welche Belastungen das Nervensystem immer wieder in diesen Alarmzustand bringen. Psychotherapie kann dabei helfen, diese Muster zu erkennen und neue Wege im Umgang mit Stress und innerem Druck zu entwickeln.

Panikattacken fühlen sich bedrohlich an. In den meisten Fällen sind sie jedoch vor allem eines: ein deutliches Signal des Körpers, dass etwas im eigenen Leben Aufmerksamkeit braucht.